Der neue Glücksspielstaatsvertrag wirft seine Schatten voraus – ein Kommentar

Stand jetzt kann man beruhigt sagen, „Es wird nichts so heiß gegessen, wie es gekocht wird!“.

Stand jetzt kann man sagen beunruhigt sagen, „Denn sie wissen nicht was sie tun!“.

Stellt man sich die Frage was der Sinn und Zweck vom Glücksspielstaatsvertrag ist, wird man sicherlich zu zwei Ergebnissen kommen.

Man möchte eine Regulierung des Sportwettenmarktes erreichen sowie den Spielerschutz stärken.

Die gut gemeinte Regulierung des Marktes stellt sicher auch eine Gefahr der Monopolisierung dar. Je nach Anzahl der vergebenen Konzessionen kann sich eine Marktkonzentrierung ergeben. Dennoch bleibt zu hoffen, dass sich das ein oder andere schwarze Schaf aus dem deutschen Markt zurückzieht.

Die Stärkung des Spielerschutzes und die halbgaren Maßnahmen, können momentan nicht mehr als ein stümperhafter Versuch sein, die Hausaufgaben zu machen.

Spielsucht ist eine nicht zu verharmlosende Sache, umso wichtiger ist es geeignete Maßnahmen für betroffene zu erarbeiten und bereitzustellen und nicht die breite Masse zu drangsalieren. Wenn ein Algorithmus in der Lage ist Millionen von Nutzern perfekte und individuelle Kaufempfehlungen vorzuschlagen, warum wird dann kein Algorithmus entwickelt der Spielsucht erkennt und daraus individuelle Maßnahmen ableitet?

Wo liegt der Nutzen für alle Sportwetter, wenn eine Einzahlungslimitierung von 1.000 EUR pro Monat besteht? Ist einem Spielsüchtigen nicht viel mehr geholfen, wenn er aufgrund seiner Verluste ein Limit erreicht und so mit seinem Spielverhalten konfrontiert wird und für den Rest des Monats nicht mehr spielen kann? Wenn auf die Verluste eine Limitierung gesetzt werden würde, so wäre ein Teil der Sportwetter außen vor, jene die Profitabel sind.

Der Panikknopf, wunderbar sinnlos. Was passiert, wenn wir einen alltäglichen Panikknopf nutzen, z.B. den Feuermelderknopf? In wenigen Minuten wird die Feuerwehr erscheinen, überprüfen ob eine Gefahrensituation vorliegt und sofern eine vorliegt wird sie tätig werden. Was passiert bei den Hausnotrufknöpfen, welche oftmals von Senioren genutzt werden. Sie erhalten innerhalb weniger Sekunden einen Anruf, wo geprüft wird ob eine Gefahrensituation vorliegt um ggfs. weitere Maßnahmen einzuleiten.

Und was geschieht bei den Buchmachern nach Aktivierung des Panikkopfs. Lapidar gesagt, 24 Stunden nichts, danach ist man einer möglichen Spielsucht weiter ausgesetzt.

Author: Lynn Lee